Literatur

Die Bezeichnung „Literatur“ umschreibt das eigentliche Fach recht ungenau. Es handelt sich nicht etwa um einen Deutschunterricht mit einer anderen Schwerpunktsetzung. Vielmehr stellt Literatur ein sprachlich-literarisch-künstlerisches Fach mit dem Schwerpunkt kreativ-gestalterischer Arbeit dar.

 

Der Name „Literatur“ weist zwar darauf hin, dass im Unterricht vor allem Texte in ihren verschiedenen Ausführungen und Erscheinungsformen im Fokus stehen. Allerdings liegt die wesentliche fachliche Arbeit darin, den gestalterischen Umgang mit den Texten zu erlernen, und nicht – wie im Deutschunterricht – die analytische Auseinandersetzung mit ihnen zu verfolgen.

 

Im Literaturunterricht wird daher auch von einem erweiterten Textbegriff ausgegangen, der alles zeichenhaft Vermittelte, das in mündlicher, schriftlicher, körpersprachlicher oder medialer Gestaltungsform zum Ausdruck kommen kann, beinhaltet.

 

Literaturkurse verfolgen dementsprechend das Ziel, Gestaltungen in verbaler, nonverbaler oder medialer Form zu entwerfen, wobei immer während des Kursverlaufs sowohl eine Prozess- als auch eine Produktorientierung stattfinden. Die unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten können im Allgemeinen in den Bereichen „Schreiben“, „Theater“ und „Medien“ ausgeformt werden.

 

Das KvGG legt den Schwerpunkt der unterrichtlichen Arbeit seit dem Schuljahr 2015/16 auf den Bereich „Theater“. Die Orientierung „Theater“ erfordert die Umsetzung von (zum Teil auch selbst entworfenen) Texten bzw. Szenen auf der Bühne. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Verlauf des Kursjahres unter anderem den Einsatz von Körper und Stimme, verschiedenen Texten und Darstellungsformen sowie die Bedeutung von Ausstattung bzw. Requisite erlernen. Auch die Wirkung und Funktion verschiedener darstellerischer Mittel soll Gegenstand der unterrichtlichen Arbeit sein und den Kursteilnehmern näher gebracht werden. Ziel soll es sein, den Schülern vielfältige Eindrücke des Theaters zu vermitteln – von den Vorarbeiten, über die Technik, die Requisiten, bis hin zur Aufführung.

 

Der Grundkurs Literatur arbeitet projektorientiert, das bedeutet, dass sich nach einer Phase der Vermittlung von Grundkenntnissen und -fähigkeiten die Arbeit auf ein bestimmtes Produkt konzentriert, das am Ende jedes Kurses einer Öffentlichkeit präsentiert werden muss. Dieses Produkt kann im Bereich „Theater“ eine Inszenierung auf der Bühne sein. Die Phasen der Projektfindung, -planung und -durchführung haben dabei den gleichen Stellenwert und werden alle zur Notenfindung herangezogen. Entscheidend ist, dass die sieben Merkmale der Projektorientierung während der gesamten Arbeitszeit im Auge behalten werden und die Schülerinnen und Schüler diese als Grundlage von Beginn ihrer Arbeit an kennen (siehe Grafik):

Methodisches Beziehungsgeflecht

Das Fach Literatur kann – anstatt von Musik oder Kunst – nur als Grundkurs in der Jahrgangsstufe Q1 gewählt werden. In diesem kreativ ausgerichteten Fach können keine Klausuren geschrieben werden, was nicht bedeutet, dass es einen geringeren Arbeitsaufwand als andere Fächer darstellt. Das Fach Literatur erfordert – auch durch die offene und kreative Arbeitsweise – einen hohen Einsatz der Schüler, um am Ende des Kurses ein gelungenes Projekt präsentieren zu können.

 

Fachschaft Literatur:

Katrin Boland, Eva Cepok, Anke Heyn